Fliegen

Platzrunde in EDAZ

Vor dem Flug muss sich jeder Pilot die aktuelle Anflugkarte von Schönhagen besorgen und sich mit allen lokalen Besonderheiten vertraut machen. Alle Anweisungen sind genau zu beachten! In Schönhagen ist jederzeit mit hohem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Jede Missachtung der Regeln kann zur Gefahr für alle Beteiligten werden.

Anlassen und Rollen

Anlassen

Fehler beim Anlassen vermeiden

Springt schlecht an?

Wenn das Flugzeug erst nach 2-3 Versuchen anspringt, könnte eine zu lange Verzögerung zwischen dem Erlöschen der "VORGLÜHEN"-Anzeige im PFD und dem Betätigen des Motoranlassers die Ursache sein. Dabei kühlt sich die Vorheitzungseinrichtung wieder ab.

Nach Erlöschen der "VORGLÜHEN"- Anzeige das Triebwerk ohne Verzögerung anlassen!

Springt nicht an?

Ist der "ESSENTIAL BUS" Schalter auf OFF gestellt? Dann sind alle unnötigen Verbraucher, inkl. Motoranlasser vom BATTERY BUS abgetrennt und das Anlassen ist nicht möglich.

Rollen

Beim Rollen nicht auf die Bremsen treten

Beim Rollen wird die Richtung (Mittellinie) mit Seitenruderausschlag eingehalten, ohne zu bremsen. Das Bugfahrwerk der DA40 ist frei nachlaufend, es bedarf zunächst einiger Übung. Die aerodynamische Steuerung kann ihre Wirkung erst ab einer Rollgeschwindigkeit von ca. 10 KT entfalten, nicht über 20 KT rollen!

Tipps und Tricks

Ordentliche Vorbereitung für einen sicheren Flug!

Austrimmen

Für gewünschte Fahrt austrimmen

Das Flugzeug ist stets so auszutrimmen, das es auch ohne Hände am Steuer geflogen werden kann (Ruderkräfte "weg trimmen").

Die Stabilitätseigenschaft des Flugzeugs sorgt dafür, dass - einmal ausgetrimmt - das Flugzeug die eingestellte Fahrt hält.

Das Flugzeug wird immer für die 'Fahrt' ausgetrimmt.

Geschwindigkeit

Geschwindigkeit genau einhalten, d.h. nicht zu schnell fliegen!

Unerfahrene Piloten fliegen die DA40 TDI während ihrer ersten Flüge in der Platzrunde stets zu schnell. Die Einhaltung der korrekten Geschwindigkeit wird während der Einweisung trainiert.

Trimmung

Die Trimmung manuell einstellen, um ein besseres Gefühl für das Flugzeug zu bekommen

Leistungshebel

... schnell(er) bewegen!

Die Leistung der DA40 TDI / NG muss bei der Landung relativ viel und schnell angepasst werden. Der Leistungshebel wird bei der Landung so eingestellt, dass eine konstante Sinkflugrate von ca. 300 Fuß pro Minute eingehalten wird.

Höhenruder

... langsam(er) steuern!

Das Höhenruder der DA40 ist sehr empfindlich. Es genügen kleine Ausschläge, um den Anstellwinkel des Flugzeuges relativ stark zu ändern. Deshalb muss das Flugzeug stets ausgetrimmt und das Höhenruder sehr vorsichtig betätigt werden.

Im Steigflug das Flugzeug nie über 10° über Horizont ziehen, da die Fahrt sonst extrem schnell abnimmt! Zu kleine Winkel wiederum können zur RPM Overspeed des Propellers führen.

Insgesamt ist die DA40 D ein Flugzeug, dass im Vergleich zu anderen Flugzeugen der Echo-Klasse relativ präzise geflogen werden sollte.

Flugtechnik

Mit richtiger Technik sicherer fliegen

Steigen

Reihenfolge P-A-T

  1. Power - Leistung geben
  2. Attitude - Anstellwinkel einstellen
  3. Trim - Austrimmen

Ausleiten

Reihenfolge A-P-T

  1. Attitude - Anstellwinkel einstellen
  2. Power - Leistung reduzieren
  3. Trim - Austrimmen

Durchstarten

Touch-and-Go

Aufsetzen und Durchstarten

Nach der Landung:

  1. Mittellinie halten
  2. Flaps T/O
  3. Power MAX

Warum ist die Reihenfolge beim Aufsetzen und Durchstarten anders als bei der Durchstartemanöver? Simpel: beim Aufsetzen und Durchstarten haben wir die Räder schon auf die Bahn gesetzt und wir wollen nicht lateral (nach links) ausbrechen und in Berührung mit Landebefeuerung usw. kommen.

Wenn wir Gas rein geben will das Flugzeug nach links. Wenn wir jetzt die Flaps auf T/O setzen verlieren wir kurz Blickkontakt mit der Bahn. Und da alle Piloten schon auf die linke Hälfte der Bahn landen ist die Gefahr sehr groß dass wir aus der Bahn ausbrechen. Deshalb ist die Reihenfolge hier anders.

Go Around

Durchstarten

Reihenfolge:

  1. Power MAX
  2. Pitch up (ca. 5° bis 10°)
  3. Flaps T/O

Höhe gewinnen hat hier die höchste Priorität, da wir z.B. während eines Approach die Minima erreicht und keinen Blickkontakt mit der Bahn haben. Den sichersten Kurs ist: zuerst maximalen Gas geben, Steigflug stabilisieren und schließlich das Flugzeug für das Steigen konfigurieren.

Fuel Management

Rechter Tank ist leer

Umpumpen

'Fuel Transfer' nicht vergessen!

Beim Umpumpen Finger auf dem Schalter belassen, um den Vorgang nicht zu vergessen.

Im rechten Bild hat der Pilot den Schalter vergessen und der rechte Tank wurde leergepumpt.

Parkbremse

Zuerst Bremsdruck erzeugen, dann arretieren

Zur Betätigung der Parkbremse muss der Pilot zuerst Bremsdruck durch Betätigen der Fußspitzenpedale aufbauen und dann den Hebel bis zur Arretierung nach unten ziehen.

Die Platzrunde

genaue Erklärung für die DA40 TDI

1. Start

Flugzeug konfigurieren (FLAPS T/O), Mittellinie halten, bei 59 KIAS rotieren und mit 65 KIAS steigen

Das Flugzeug muss für den Start konfiguriert werden, d. h. vor dem Start Landeklappen auf T/O (1. Stufe) stellen.

Mit Vollgas (Leistungshebel langsam - in ca. 3 s - von Leerlauf auf 100% Leistung setzen) beschleunigen und dabei das Flugzeug mit dem Seitenruder auf der Mittellinie halten. Hierbei ist mehr rechtes als linkes Ruder nötig, da die Propeller-Drehrichtung den Flieger bei Start und Steigflug nach links zieht.

Bei 59 KIAS leicht am Steuerknüppel ziehen und rotieren.

Nach der Rotation auf 65 KIAS beschleunigen (bei hoher Zuladung evtl. nach dem Abheben das Höhenruder ein wenig nachlassen um noch im Bodeneffekt zügig zu beschleunigen) und mit ca. 5° über dem Horizont steigen. Den Anstellwinkel sehr vorsichtig um ca. 1°- 2° nach oben oder nach unten korrigieren bis die gewünschte Steiggeschwindigkeit erreicht und eingehalten wird.

2. Steigen

Mit 75 KIAS steigen

Nach dem Erreichen einer sicheren Höhe (ca. 400' / 500' Fuß über Grund) das Flugzeug mit dem Höhenruder um 1°-2° nach unten drücken, um Fahrt aufzunehmen. Erst wenn die Fahrt 70 KIAS erreicht hat werden die Flaps ganz eingefahren. Weiter mit 75 KIAS steigen (Höhenruder wieder leicht ziehen).

Beim Nachdrücken besonders aufpassen, dass der Propeller nicht in Überdrehzahl, d. h. über 2300 RPM, gelangt. In diesem Fall nicht die Leistung reduzieren sondern die Nase des Flugzeugs langsam wieder nach oben ziehen (soweit die Fahrt im sicheren Bereich ist).

3. Querabflug

Bei 1.000 Fuß ausleiten, auf 90 KIAS beschleunigen und Leistung (rasch) aus 50 % reduzieren

Beim Erreichen der Platzrundenhöhe den Steigflug ausleiten und das Flugzeug auf 90 KIAS beschleunigen lassen. Bei 90 KIAS zügig die Leistung auf 50 % reduzieren. Das Flugzeug für die neue Konfiguration austrimmen (die Leistung so einstellen, dass die Höhe gehalten wird und die Trimmung so einstellen, dass die Fahrt gehalten wird).

Beim Verlassen der Platzrunde in Schönhagen (gemäß aktueller VFR Anflugverfahren): Weiter steigen und keine Richtungsänderung vor Erreichen von 1.500 Fuß.

4. Gegenanflug

Motorinstrumente prüfen... und Luftraum beobachten!!!

Das Flugzeug im Gegenanflug genauer austrimmen. Motorinstrumente, Meldungen vom Garmin G1000 und Flugzeug-Konfiguration prüfen. Luftraum beobachten, Funk mithören (Meldungen anderer Piloten beachten, die bereits in der Platzrunde fliegen, oder im Anflug auf den Flugplatz sind).

Etwa querab zur Landebahn-Mitte (spätestens querab zur Pisten-Nummer) die Leistung reduzieren und die Landeklappen auf T/O stellen. Dabei nicht steigen.

Das Flugzeug für 80 KIAS austrimmen und Leistung auf ca. 40% für 300-400 Fuß/min Sinkflug einstellen.

Mit einer Höhe von ca. 800 Fuß in den Queranflug eindrehen.

5. Queranflug

Flaps auf LDG setzten und für 71 KIAS austrimmen

Beim Eindrehen einen kurzen Funkspruch absetzten (z. B. "D-EEKU, Queranflug 25, Touch & Go").

Flaps auf LDG (unterste Stufe) setzten, wenn der Geschwindigkeitsbereich für full Flaps erreicht ist.

Das Flugzeug für 71 KIAS stabil austrimmen - das Flugzeug muss auch ohne Hände am Steuerknüppel die Fahrt halten können!

Weiter mit ca. 300 Fuß/min sinken und Leistung nach Bedarf setzen (wird auf ca. 30% eingestellt).

Mit einer Höhe von ca. 500 Fuß in den Endanflug eindrehen und wieder einen kurzen Funkspruch absetzen (z. B. "D-EEKU, Endanflug 25, Abschlusslandung").

6. Endteil

Mit 71 KIAS zum Abfangspunkt fliegen

Fahrt (71 KIAS) und Sinkflugrate (300 Fuß/min) stabil halten!

Korrekturen:

  • zu niedrig / zu hohe Sinkflugrate: Leistung erhöhen
  • zu hoch / zu geringe Sinkflugrate: Leistung reduzieren
  • zu langsam: am Höhenruder nachdrücken (Nase nach unten)
  • zu schnell: am Höhenruder ziehen (Nase nach oben)

7. Landung

In 3 m Höhe abfangen, tief ausschweben lassen, aufsetzen

Bis ca. 3 m Höhe den Anflugpunkt anpeilen. Mit Schleppgas landen (Leistung zwischen ca. 10% und 30%).

In 3 m Höhe: Flugzeug abfangen und an das Ende der Piste schauen. Die Höhe wird dabei mit der seitlichen Augenerfassung wahrgenommen.

Beim Abfangen das Höhenruder langsam nach hinten ziehen und gleichzeitig die Leistung auf Leerlauf reduzieren. Mit dem Seitenruder die Nase des Flugzeuges in Landebahnrichtung ausrichten.

Wichtig:

Das Flugzeug ausschweben lassen und nicht Richtung Boden "zwingen".

Bei zu hohem Abfangen und ausreichender Pistenlänge etwas mit Leistung nachregeln, damit das Flugzeug nicht "auf den Boden fällt" (führt zur harten Landung, Gefahr von Fahrwerks-Beschädigungen). Im Zweifelsfall: Durchstarten!

Ist der Flieger einmal am Boden (aufsetzen), die Leistung sofort ganz auf Leerlauf setzten, so dass ein sog. "Ballooning", also ein unerwünschter Sprung zurück in die Luft, vermieden werden kann.

Briefings

DEPARTURE Briefing

Beispiel DA40 NG:

  1. Holding short at Alpha, RW 25, 1.5 km long
  2. Light wind from right
  3. After Departure: Turn Left and Climb 1.500 ft
  4. Rotation Speed: 67 KIAS
  5. Climb Speed (with T/O Flaps): 72 KIAS, 5° over Horizon
  6. At Safe Altitude: accelerate 88 KIAS, maintain positive Attitude to avoid Prop overspeed
  7. Above 72 KIAS: Flaps CLEAN

EMERGENCY Briefing

Beispiel DA40 NG:

In Case of Emergency:

  1. On Runway: Power IDLE, apply Brakes
  2. After Take-Off with remaining Runway: Power IDLE, apply LDG Flaps, land straight ahead, apply FULL Brakes
  3. After Take-Off and no remaining Runway: speed for best GLIDE: 88 KIAS, apply LDG Flaps, land on field 30° to the right (or to the left)
  4. In case of Emergency: "I fly the aircraft, you make R/T Communications"